Okras Werkstatt

Gartentisch aus Palettenholz und Epoxid

Ich liebe ja alte Paletten. Wenn ich ein Projekt machen möchte, will Markus mir immer frisches Holz kaufen und ich sage immer, lass mich mal gucken, ob ich noch ne alte Palette habe. Ich finde, dieses “billige” und alte Holz hat einen eigenen Charme. Ich hatte uns im Sommer unten im Garten unter den großen Erlen eine gemütliche Sitzecke eingerichtet. Als Ablage hatten wir dort einen kleinen Tisch stehen, der aber die besten Tage schon hinter sich hatte. Also hab ich einen Plan gemacht und meine Palette vorbereitet. Erst mal die Bretter abschlagen und dann die ganzen rostigen alten Nägel entfernen.

Das Holz wird im 45° Winkel auf Länge geschnitten (hier sind es 50cm an der Außenkante) und dann leime ich es auf eine Sperrholzplatte.

An dieser Stelle hab ich gemerkt – um den Tisch wirklich gerade zu bekommen, muss ich entweder unendlich viel schleifen, um eine wirklich glatte Oberfläche zu bekommen, weil die Bretter einfach unterschiedlich dick waren, oder ich muss das alles mit Epoxid übergießen. Letzteres erschien mir deutlich angenehmer, zumal mir die Gedanken kamen, wie haltbar der Tisch wirklich ist, wenn Regen in die kleinen Ritzen reinläuft. Gedacht getan, dafür musste ich erst mal einen Rahmen für außen rum basteln, um das Epoxid eingießen zu können. Den Rahmen hab ich einfach aus Latten gesägt und angeleimt und geschraubt. Dummer Fehler!

Nach dem Gießen der ersten dünnen Schicht – lief mir fast alles an den Seiten raus. Der Rahmen war nicht dicht genug. Nun, erst mal trocknen lassen, was jetzt noch übrig ist.

Hier hab ich nun noch mal etwas angeschliffen, um größere Unebenheiten zu glätten und kleinere Bläschen zu beseitigen, die unweigerlich aufsteigen, wenn Epoxid auf Weichholz trifft.

Der zweite Guss mit dem Epoxid war dann deutlich besser vorbereitet. Das herauslaufende Epoxid hatte schon ein paar Lücken gefüllt und ich habe die Ränder zusätzlich noch mit Panzertape abgeklebt. Nach dem gründlichen Mischen habe ich also vorsichtig die zweite Schicht aufgegossen

Die vorher angeschliffenen Stellen ergeben einen interessanten Effekt. Dieses Mal lief nur noch wenig aus dem Rahmen raus, so dass die Oberfläche nun wirklich schön geworden ist. 24 Stunden sollte das Epoxid nun aushärten.

Für mich ging es weiter damit, die Unterkonstruktion zu bauen. Eigentlich wollte ich es ganz einfach halten. Beine drunter und fertig, aber Markus meinte, wenn ich mir schon so viel Mühe mit der Tischplatte gebe, sollte der Rest auch gut gearbeitet werden. Da hat er nicht ganz unrecht. Ich hab also ein paar Winkelzargen bestellt – das erste Mal, dass ich damit gearbeitet habe. Ich kannte die vorher gar nicht.

Für die Winkelzargen habe ich erst mal die auf Länge geschnittenen Tischbeine vorbereitet und eine der Kanten an jedem Tischbein auf ein paar Zentimeter Länge abgeflacht. Das hab ich ganz einfach mit einer groben Raspel erledigt.

Dann gings schon ans Anpassen. Dafür benötigte ich noch 4 Bretter – ebenfalls von der Palette – , die ich auf die passende Länge geschnitten habe, so dass die Unterkonstruktion nicht direkt unter der Tischkante sondern etwas weiter drinnen sitzt.

Die Rillen für die Winkelzargen habe ich mit der Kappsäge geschnitten, die ich auf die passende Höhe eingestellt hatte, so dass das Brett nicht ganz durchgesägt wird.

Mal gucken, wie das alles zusammenpasst

Die Winkelzargen werden nun einfach an den Brettern festgeschraubt und mit einer dicken Schraube wird dann das Tischbein befestigt, so dass es richtig fest in die Lücke reingezogen wird.

Die Unterkonstruktion ist fertig, nachdem ich alle 4 Tischbeine auf diese Weise befestigt habe. Nun muss noch die Tischplatte auf der Unterkonstruktion befestigt werden, und dazu schneide ich mir 4 schmale Leisten zurecht.

Diese Leisten werden sowohl von oben mit der Tischplatte verschraubt als auch von vorn mit den Zargen (so nennt man die Bretter zwischen den Tischbeinen) der Unterkonstruktion. Clever!

Jetzt noch ein bisschen Farbe – ich nehme Lasur vom Toom Baumarkt in der Farbe Palisander, weil das meine Lieblingslasur in meiner Lieblingsfarbe ist. Auch den Rahmen hatte ich schon mit dieser Lasur bestrichen.

Und das war es auch schon. Nachdem alles getrocknet war, habe ich den Tisch erst mal vor die Tür gestellt und ein Foto gemacht. Ich liebe dieses Finish mit dem glänzenden Epoxid.

Aber dann durfte der Tisch auch seinen endgültigen Platz in unserer Sitzecke einnehmen.

Was habe ich gelernt bei diesem Projekt? Viel! Erst mal Winkelzargen kennengelernt – danke, Schatz. Die Winkelzargen sollten (von unten betrachtet) relativ weit oben sitzen, damit Platz für die Befestigungsleisten ist. Das hab ich jetzt mit kürzeren Leisten lösen müssen, weil sie nicht ganz drunter gepasst haben.

Dünnflüssiges Epoxid dringt durch die kleinsten Ritzen, also alles dicht machen.

Und komme was wolle – das Epoxid muss gründlichst gemischt werden. Ich will euch nämlich einen kleinen Rückschlag nicht vorenthalten. Nach den ersten zwei Regentagen hatte meine Tischoberfläche weiße matte Schlieren, nichts mehr mit Hochglanz. Ein Anruf bei der Firma, die das Zeugs herstellt, gab mir Aufklärung darüber, dass ich eventuell nicht gründlich genug gemischt hatte. Unter allen Umständen 5 Minuten verrühren. Auch wenn es nach einer halben Minute gut durchmischt aussieht – weiterrühren. Dann werdet ihr mit einer wunderbar haltbaren glänzenden Oberfläche belohnt. Die dritte Schicht ist jetzt schon seit Anfang August drauf und hat einige Regentage mitgemacht und glänzt und glänzt und glänzt.

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