Okras Werkstatt

Nautilus aus Zebrano

Vor geraumer Zeit hatte ich mir ein sehr schönes dickes Brett aus Zebrano gekauft – ein Holz, das durch seine starke Marmorierung besticht und den Namen zurecht trägt. Wie ich herausfinden musste, ist dieses Holz sehr hart und lässt sich schwierig bearbeiten – daher habe ich es bisher noch nicht sehr viel eingesetzt. Eine kleine Schale habe ich daraus gebastelt und dabei geflucht wie sonst was – aber nun sollte es für eine Nautilus Muschel herhalten, weil ich mir vorstellte, dass dieses Holz dabei besonders zur Geltung kommt.

Aus dem Brett heraus habe ich mir zwei dicke Klötze geschnitten und diese auf der Bandsäge schräg geteilt, gesägt habe ich im 20°-Winkel. Herausgekommen sind damit 4 Blöcke, die von der Seite betrachtet ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Die Sägespuren habe ich auf dem Tellerschleifer so gut es geht entfernt und dabei auch das erste Foto gemacht


Ich wollte dieses Mal eine etwas andere Technik ausprobieren, mit der die Form der Muschel eher länglich statt breit wird. Der Trick dabei ist, den Winkel, in dem später gesägt wird, hinten größer als an den Seiten werden zu lassen. Damit wächst die Muschel stärker in die Länge als in die Breite. Da man ja schlecht während des Sägens den Winkel des Sägeblattes ändern kann, behelfe ich mir mit jeweils zwei kleinen Klötzchen unter der vorderen Kante. Diese winkeln das Holz um ca. 10° an, die Säge stelle ich dann ebenfalls auf 10° ein, so dass sich hinten die beiden 10° auf 20° summieren und an den Seiten nur 10° Schräge sind. Klingt kompliziert? Dann schaut Euch dieses Video an.

Ich messe die Höhe der kleinen Klötzchen aus und säge sie mir an der Bandsäge auf die benötigte Länge. Mit der Heißklebepistole klebe ich sie fest. Die obere Seite und die schmale Seite bilden übrigens den rechten Winkel.


Als alle 4 Teile mit kleinen Klötzchen bestückt waren, ging es an die Dekupiersäge.


Hir habe ich den Sägearm um 10° nach rechts gekippt. Und dann muss man gegen den Uhrzeigersinn sägen, so dass die kleinen Hufeisen, die man aussägt, nach außen hin immer größer werden. Die 4 Klötze beschrifte ich und benutze sie abwechselnd von 1-4 durch. Jedes ausgesägte Hufeisen ist die Schablone für das nächste Stück.


Leider splittert mir das feste Holz an den dünnen Stellen etwas, was man aber später nicht sieht. Wichtig ist, dass man sehr genau arbeitet und die Hufeisenform möglichst korrekt ausarbeitet, weil sich jeder Fehler gleich fortsetzt, da man ja die Teile immer wieder als Schablone nimmt.


Aus Block 1 und 2 habe ich 8 Teile ausgesägt, aus 3 und 4 nur noch 7. Das sind aber genug, um einen Nautilus zu basteln, der mehrere Rundungen macht. So, wie sie ausgesägt wurden, werden sie jetzt auch zusammengeleimt. OK, ich hab mit den beiden größten Teilen angefangen. Damit die Teile gut aufeinander sitzen und möglichst keine Lücken bilden beim Leimen, schleife ich die Oberfläche jedes Teils, das ich leime, schön glatt.


Leider habe ich keine Vorrichtung, um diese Teile gekonnt zu verleimen – ich verwende Expressleim und halte die Stücke fest, bis der Leim soweit angezogen ist, dass nichts mehr auseinanderrutscht.

Und nach den ersten Zweierpärchen werden wieder zwei davon zusammengeleimt, so dass es dann schon 4 Teile sind, die einen Block bilden.


Viel mehr mache ich aber noch nicht, denn jetzt muss ich erst mal innen alles schön glatt schleifen. Wenn der Nautilus später zusammengesetzt wird, komme ich an die inneren Teile nicht mehr ran. Also ab in die Werkstatt.

Zum Schleifen der Innenseiten nehme ich natürlich wieder meine Schleifbälle von Kirjes, sie sind das perfekte Werkzeug dafür.


Ich beginne bei den kleinen Teilen auch schon mit den Außenseiten, denn auch an die kommt man später nicht mehr gut ran. Dafür nutze ich ebenfalls das Kirjes System, allerdings die feste Welle.


Auch die großen Teile schleife ich außen mit dem geraden Schleifkörper. Es funktioniert ganz gut.


Immer wieder setze ich die kleineren Teile zusammen und schleife die neu entstandenen Übergänge. Am Ende bleiben drei Stücke übrig. Bei dem großen arbeite ich die Übergänge der einzelnen Schichten an der Seite noch etwas mit dem Dremel aus, um die Stellen, an denen mir beim Sägen das Holz an den dünnen Stellen gesplittert ist, anzugleichen.


Die beiden kleineren klebe ich noch zusammen, und hab schon einen süßen kleinen Nautilus 🙂


Jetzt wird es, man sieht es schon im Hintergrund – Zeit für die Politur. Auch wenn die Muschel noch nicht komplett zusammengesetzt ist, muss ich den kleinen Teil schon mal mit Schellack bestreichen und einpolieren.


Das dunkle Schellack bringt die Farben des Zebrano-Holzes richtig zum Strahlen. Bei dem großen Stück, das noch übrig ist, poliere ich schon mal die Innenseite. Wichtig ist, dass man die Klebeflächen, die man noch verleimen muss, nicht mit Schellack einstreicht, sonst hält der Leim am Ende nicht so gut und das wäre doch schade.

Das Leimen der letzten beiden Stücke wird richtig schwierig. Irgendwann mittendrin habe ich es versäumt, die beiden Klebeflächen schön glatt zu schleifen – und nun war es fast zu spät. Die Teile passten nicht richtig aufeinander, weil die eigentlich geraden Flächen etwas gewölbt waren. Mit einem kleinen Schleifblock, mit dem Dremel und viel Geduld hab ich es fast hinbekommen – und den Rest nach dem Verleimen mit Holzleim und Holzstaub ausgefüllt.


Auch hier habe ich nun noch den frischen Übergang geschliffen, den überschüssigen Leim ebenfalls weggeschliffen und dann auch den Rest des Nautilus mit Schellack aufpoliert.


Auch wenn das Innere etwas schief geworden ist – ich bin mit meiner Arbeit ganz zufrieden. Und somit ist auch das letzte Weihnachtsgeschenk fertig geworden 🙂

Ich nutze die letzte Helligkeit draußen, um den kleinen Nautilus im Schnee etwas in Szene zu setzen.


Aber auch im Regal macht er sich gut und hat schon sein Plätzchen gefunden.


Die etwas länglichere Form gefällt mir gut und die starke Marmorierung des Holzes passt einfach perfekt zu einer Nautilus Shell.

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