Okras Werkstatt

Ringschale – dreieckig

Ich bin ein absoluter Fan von diesen Obstschalen aus immer kleiner (oder größer – je nachdem, von wo aus man schaut) werdenden Ringen der gleichen Form. Ich werd auch nicht müde, immer neue Formen zu entwerfen. Diese Schalen sind relativ schnell gemacht – sehen aber sehr stylisch und ja, auch aufwendig aus, ohne es wirklich zu sein.

Gestern entworfen – heute schon gesägt und geleimt, und fertig ist eine weitere Obstschale. Dieses Mal fiel meine Wahl auf eine dreieckige Form. Die einzelnen Linien sind dabei nach außen gebogen. Selbstverständlich hänge ich für alle, die das einmal nachbasteln wollen, gern das Muster dran. Ich hab es auf 4 Seiten in 100% Größe gedruckt und so eine Kantenlänge (ohne Biegung gemessen) von 32 cm. Insgesamt 11 Ringe – aber wer mag, kann natürlich auch einfach weniger aussägen. Mein Schale ist aus Buchensperrholz in 6mm Stärke, so dass die Gesamthöhe 72mm beträgt.

Scroll Saw Basket dreieckig

Da unser Drucker immer einen kleinen Rand beim Ausdruck stehen lässt, muss man diesen Rand an den Seiten, wo sich die Blätter treffen, entfernen. Das geht besonders gut mit einem Lineal und einem Teppichmesser. Dann setzt man das Muster zusammen und befestigt es mit Sprühlack auf dem gewünschten Stück Holz. Ich klebe vorher immer noch eine Schicht Tesakrepp drunter, das lässt sich leichter abziehen als der das geklebte Papier.


Für das Sägeblatt ist es besser, wenn noch eine Schicht Paketklebeband – transparent natürlich – auf dem Papier klebt. Dann noch die Startlöcher für die inneren Ringe mit einem möglichst kleinen Bohrer bohren (ich mache es immer in den Ecken und immer versetzt), dann ist das Holz auch schon vorbereitet zum Sägen.


Wenn die Außenkante gesägt ist, fädelt man das Sägeblatt in die Bohrlöcher ein und kann beginnen, die Ringe zu sägen.


Ich habe die besten Erfahrungen gemacht, immer mit den äußeren Ringen anzufangen. Wenn man mit der Basis beginnt, hat man irgendwann nur noch einen dünnen Ring außen, den man über den Tisch bewegen muss, und da das Sperrholz ja recht biegsam ist, geht das nicht so leicht und bleibt auch gern mal an den Tischkanten hängen.

Wenn alle Ringe ausgesägt sind, geht es an die Feinarbeiten. Ich entferne erst mal die Papier- und Klebebandreste auf der Basis und den Ringen.


Zum Schleifen gehe ich dann aber in die Werkstatt 🙂

Besonders unschön sind immer die Stellen, wo die Startlöcher sind. Diese sollte man entweder mit Schleifpapier oder – wie ich hier zeige – mit einer kleinen Feile entfernen. Es macht auch nichts, wenn der Ring dann an der Ecke etwas dünner wird, das sieht hintherher niemand mehr. Ein unschönes Loch dagegen fällt auf und macht das Ergebnis einfach weniger perfekt.

Das Ausfeilen der Löcher hat auf unserem Werkstatttisch besonders gut funktioniert. Ich habe die Ecke mit dem Startloch über einem der unzähligen Löcher der Tischplatte platziert und konnte dann mit der Feile senkrecht arbeiten.


Ich entgrate auch noch die Unterseite, die immer ein paar Späne am Rand hat und schleife dann noch mal insgesamt ganz leicht über die Oberfläche. Dann kann das Zusammensetzen auch schon beginnen. Seit ich darauf achte, dass die Maserung immer richtig sitzt, werden die Schalen viel harmonischer als wenn sie mal senkrecht und mal waagerecht verlaufen würde. Ich setze die Schale zusammen, indem ich den oberen Ring immer ein kleines Stück nach rechts versetze.


Hier beim ersten Ring sieht man noch nicht so gut, wie breit die Lücke sein sollte. Wichtig ist natürlich, dass die Lücke auf allen Seiten gleich groß ist, weil sonst die Schale aus dem Gleichgewicht gerät.

Ein bisschen Kleber auf die Stellen, die zusammengefügt werden, reicht vollkommen aus.


Noch ein wenig den Kleber verstreichen, dann setze ich den ersten Ring auf und halte ihn kurz fest, damit der Leim anziehen kann. Da ich Holzleim verwende, ist genügend Druck notwendig, um eine stabile Verbindung zu erreichen. Ich klebe aber erst mal ganz schnell weiter und besorge das mit dem Druck, wenn alle Ringe aufeinander gesetzt sind. Wer schnell ist, kann hier auch sehr gut mit CA-Klebern (Sekundenkleber) arbeiten.


Den Leim, der beim Druck herausquillt, entferne ich gleich. Dann gehts Schlag auf Schlag weiter, bis alle 11 Ringe zusammengesetzt sind.


Ich lege nun eine große Platte auf das Körbchen und beschwere es mit ordentlich Gewicht. Dabei sollte man aufpassen, dass sich das Körbchen nicht wieder verschiebt.


Da ich Expressleim verwendet habe, ist nach 2 Stunden Trocknungszeit das Körbchen komplett ausgehärtet und stabil.


Es ist schön gleichmäßig geworden. Ein wenig stört mich, dass das Sperrholz einen kleinen Fehler hat, der sich leider auf einer Seite der Ringe komplett zeigt. Diese Fehler können natürlich mit etwas Leim und Sägespänen gemischt ausgebessert werden, was dann noch übersteht, wird abgeschliffen, dann kann das Körbchen noch lackiert werden. Aber da Holz ein Naturprodukt ist (auch wenn Sperrholz natürlich ein verarbeitetes Produkt ist), kann man darüber auch einfach hinwegsehen und sich einfach an den klaren Formen erfreuen. Der kleine Osterhase von Lindt freut sich jedenfalls 🙂

1 Kommentar

  1. Lothar Bajorat

    Hasllo Kerstin,
    Gestern war ich zu schnell mit der Frage nach den Schleiblättern für die Dekupiersäge, weil ich heute beim nochmaligem lesen und Bilder schauen gesehen habe, das du die Teile mit der Feile bearbeitest. Habe aber bei Amazone schon solche Teile gefunden und auch wie man sie selber machen kann. Die 3eckige Schale gefiel meiner Frau auch sehr gut und deshalb meine Frage nach einer Kopie der Zeichnung. Das wäre sehr nett und ich bezahle das auch gerne. Im Gegensatz zu dir bin ich ja der reine “Handsäger”, das heißt ich mache so gut wie alles mit der Laubsäge. Meine Werke kannst du auf Facebook unter Kreatives Sägen sehen. Ich bin noch nicht in der Lage eine eigene Webseite zu gestalten, daher diese Lösung.
    Mit freundlichem Gruß aus Wiehl,
    Lothar Bajorat.

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