Okras Werkstatt

Eine Bandsäge Box aus edlem Nussbaumholz

Habe ich schon mal erwähnt, dass Bandsäge Boxen süchtig machen? Sie sind relativ leicht herzustellen und können fantasievoll gestaltet werden – und so können aus edlem Holz richtig schöne kleine Kunstwerke werden. Für mich hatte ich bisher nur Boxen aus günstigem Bauholz gebaut, kleine Übungsstücke, die jetzt in unserem Bad stehen und meine Haargummis und -nadeln enthalten. Ich wollte aber mal eine richtig schöne Box für mich bauen, die ein Schmuckstück in meinem Wohnzimmer wird, und so habe ich mir ein schönes Stück Holz ausgesucht – mein Wahl ist auf ein wunderschönes Brett aus Nussbaumholz gefallen.

Da ich für eine Box einen Block benötige, habe ich das Brett in passende Stücke zersägt und diese aufeinandergeleimt.

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Meine Designs erstelle ich immer in dem Programm Affinity Designer und drucke dann mit Mindcad Tiler in der Größe aus, dass der Holzblock möglichst komplett verwendet wird.

Für meine Box hatte ich ein sehr schlichtes Design erstellt. Wer die Box mal nachbauen will, kann das natürlich gern verwenden. Die Mittellinien haben keine Bedeutung, sie entstehen nur, weil ich beim Designen immer ein halbes Muster male und dieses dann spiegele, um bei den freihand gezeichneten Rundungen diese auf beiden Seiten gleich zu bekommen.

Bandsawbox Nussbaum

Das Design habe ich also ausgedruckt und grob ausgeschnitten.

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Ich befestige es immer mit Sprühkleber. Weil das Papier dann aber immer schlecht wieder vom Holz ablösbar ist, klebe ich Tesa-Krepp-Streifen auf das Holz und darauf dann mit Sprühkleber das Design. Das Tesa-Krepp lässt sich dann ganz leicht abziehen.

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Tja, und dann geht es mit dem Sägen los. Markus hat mir vor kurzem ein neues Band in unsere Record Power Säge eingespannt, das schön scharf ist, allerdings etwas grobzahnig. Das sieht man hinterher am harten Holz, aber die dabei entstehenden Rillen lassen sich wegschleifen. Ich säge erst mal die äußere Form des Kästchens aus. Und dann säge ich auch gleich, damit ich es nicht vergesse, die Rückseite des Kästchens ab, dafür nutze ich den seitlichen Anschlag.

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Um nun das innere Kästchen aussägen zu können, muss mindestens an einer Stelle eingeschnitten werden. Da ich hier aber an den unteren Ecken rechte Winkel habe, die mit der Bandsäge nicht geschnitten werden können, mache ich es mir an der Stelle ganz einfach. Ich säge einfach unten an der Linie komplett durch, dafür verlängere ich die untere Linie an beiden Seiten. Ich stelle mir aber auch den seitlichen Anschlag ein, damit geht das Sägen kinderleicht.

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Nun kann das Innenkästchen ganz leicht herausgeschnitten werden. Ganz leicht, haha, ich gerate ganz schön ins Schwitzen, und es fällt mir nicht leicht, immer schön auf der Linie zu bleiben.

Wenn der innere Klotz herausgeschnitten ist, säge ich auch sofort wieder die Rückseite, aber auch die Vorderseite ab.

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Aus dem Innenkästchen, das bisher ja nur ein Block ist, muss ich nun noch das Innere herausschneiden. Das wird, da ich ein eckiges Inneres haben möchte, wieder etwas schwierig. Erst mal zeichne ich mir die Linien mit Lineal und Winkel auf das Holz.

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Und so geht man vor, um die rechten Winkel zu sägen. Ich schneide zunächst die senkrechten Linien mit der Bandsäge bis zum Winkel unten. Dann kann ich in einer Kurve bis an die untere Linie gehen und auf einer Seite bis zur senkrechten Furche schneiden.

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Und jetzt kann ich unten wieder ansetzen und gerade rüber bis zur zweiten senkrechten Furche sägen.

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Wenn ich Vorder- und Rückseite ansetze, sehe ich, wie mein Innenkästchen später mal aussehen wird.

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Mit dem Sägen bin ich jetzt fertig, aber die meiste Arbeit liegt noch vor mir. Alle Teile müssen nun erst mal ordentlich geschliffen werden, damit die Oberfläche schön glatt ist. Mir stehen einige elektrische Schleifgeräte zur Verfügung. Ich beginne mit den inneren Flächen. Markus ist so lieb und glättet mir das untere Stück vom Außenkästchen am Tellerschleifer, dieser Höllenmaschine. Die Innenseite vom Außenkästchen schleife ich mit dem Spindelschleifer schön glatt. Dafür nutze ich Spindeln in verschiedenen, aber allesamt recht großen Durchmessern.

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Wenn alles schön glatt ist, kann das Außenkästchen ja schon mal verleimt werden. Das ist bedingt durch die runde Form gar nicht so einfach. Ich verteile erst mal den Leim auf den beiden schmalen Kanten.

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Mit diversen Klemmen befestige ich die beiden Stücke aufeinander. Als ich fertig war, fiel mir ein, wie ich das einfacher hätte hinbekommen können. Dafür hätte ich nämlich die Abschnitte vom Außenkästchen nehmen können, um sie dazwischenzulegen und somit eine glatte Auflagefläche für die Klemmen zu bekommen. Aber die waren zu dem Zeitpunkt schon lange im Ofen verbrannt. Also hab ich an den Rundungen die Klemmen so gut es ging angesetzt und das Leimen ging dann auch nach etwas Fummelei ganz gut.

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Danach war die Rückseite dran, die Markus mir auch am Tellerschleifer schön glatt geschliffen hatte. Die wiederum ließ sich relativ einfach aufleimen. Um den Druck schön gleichmäßig zu verteilen, kann man gar nicht genug Klemmen verwenden.

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Weiter gings mit dem Innenkästchen. Hier hab ich zum Schleifen des Bodens die Festool Rotex verwendet. Mit mehreren Schleifblättern bis hin zur Körnung 220 wird der Boden richtig schön glatt.

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An die inneren Seiten komme ich mit der Rotex aber leider nicht ran, weil sie zu hoch ist, also muss ich hier das Hartholz von Hand mit einem Schleifblock und Schleifpapier glätten. Eine langwierige Sache. Auch hier verwende ich Körnungen in aufsteigender Größe bis hin zur feinen Stahlwolle zum Polieren.

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Die Vorder- und Rückseite bearbeitet Markus wieder am Tellerschleifer.

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Dann leime ich das Innenkästchen zusammen.

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Jetzt sind alle Teile fertig geleimt und sowohl das kleine als auch das große Kästchen können nun von außen geschliffen werden. Auch hier hilft Markus mir viel mit dem Tellerschleifer. Die Feinarbeiten mache ich mit der Rotex und von Hand auch wieder bis hin zur Stahlwolle zum Polieren.

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Am Ende ziehe ich noch das Klebeband vom Kästchen ab und Markus schleift es mir so zurecht, dass das Innenkästchen und das Außenkästchen auf der gleichen Höhe beginnen.

Wenn alles schön glatt und poliert ist, fehlt nur noch der Knauf, den ich freihand aus einem Reststück säge, kurz glätte und dann mit Expressleim aufklebe.

Endlich fertig!

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Trotz kleiner Ungleichmäßigkeiten gefällt mir mein Kästchen richtig gut. Damit die Farben vom Holz gut zur Geltung kommen und das Holz geschützt ist, reibe ich es nun noch mit Hartwachsöl dünn ein. Dann gehts zum Fotoshooting nach draußen auf die Terrasse.

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Mir gefällt dieses schlichte Kästchen wirklich hervorragend. Es ist nicht nur schön groß und geräumig geworden, durch das wunderschön gemaserte Holz wirkt es sehr edel. Die glatte Oberfläche fühlt sich richtig samtig an, da hat sich das lange Schleifen wirklich gelohnt. Ich liebe es!

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