Okras Werkstatt

Intarsienbox mit Rose in 3D

Das zweite Projekt aus meinem Buch “Creating Wooden Boxes” war gleich ein richtig anspruchsvolles, aber man muss sich ja Ziele setzen *grins*. Eine Rosenbox sollte es werden, mit der Blüte als abnehmbaren Steckdeckel. Dafür habe ich eins meiner schönen Walnussbretter verwenden wollen, das ich wohl oder übel in 4 Teile schneiden musste.

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Die Box selbst wird mit der Dekupiersäge hergestellt, zur Vorbereitung muss aber erst mal die Bandsäge ran.

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Mit einem breiten Band bestückt sollte das Auftrennen des dicken Brettes gelingen. Ein dünnes Brett benötige ich für den Boden. Da die einzelnen Teile der Rose aus unterschiedlich dicken Brettern gebastelt wird, möchte ich unterschiedliche Stärken schneiden. Den Plan verwerfe ich später aber.

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Das Brett passt gerade so unter die Bandsäge, höher hätte es nicht sein dürfen. Ich trenne es ganz langsam auf, damit sich das Blatt nicht biegt und das Holz unterschiedlich dick wird.

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Durch das Auftrennen ist das Brett auf der Schnittseite ziemlich rauh.

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Mit dem Dickenhobel kann die Oberfläche geglättet werden und ggfs. etwas unterschiedliche Dicken des Holzes ausgeglichen werden.

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Hier kommt Sicherheit an erster Stelle! Wann immer wir mit solchen gefährlichen Geräten arbeiten, wird der Schiebestock genutzt. Da der Hobel auch ziemlich laut ist, tragen wir zudem Gehörschutz.

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Sobald der Hobel das Brett gegriffen hat, zieht er es von allein durch, auf der anderen Seite kommt das Brett dann glatt wieder raus. Diesen Vorgang muss man eventuell wiederholen und dabei den Hobel etwas niedriger einstellen.

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Das Muster für die Rose hatte ich mir aus dem Buch kopiert. Laut Anleitung soll man mit dem Mittelteil beginnen. Die äußeren Blätter sind aus dünnerem Holz. Von der vorgeschlagenen Vorgehensweise komme ich später aber ab.

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Und so soll die Box am Ende aussehen.

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Ich beginne wie vorgeschlagen mit dem Mittelteil und somit den ersten 9 Stücken. Ich bestücke ein dickes Brett mit Tesa Krepp, klebe das Muster auf und beklebe es noch mit Paketklebeband.

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Ich säge nun die einzelnen Stücke aus dem Brett aus. Die einzelnen Rosenblätter müssen mit einer Feile in Form gebracht werden. Die Pfeile zeigen dabei an, welche Punkte die höchsten des Stückes sind. Auf dem ersten Stück male ich die Hilfslinie an. Außerdem markiere ich jedes Stück auf der Unterseite mit seiner Nummer, das erleichtert mir später das zusammensetzen.

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Mein Schatz hat die Werkstattausstattung noch mal um ein paar entscheidende Teile aufstockt. Ein kleiner Schraubstock und handgeschlagene Feilen bzw. Raspeln unterschiedlicher Stärke und Größe sind genau die Werkzeuge, die ich jetzt benötige, um das harte Walnussholz zu bearbeiten.

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Ich spanne die einzelnen Teile nach und nach in den Schraubstock zwischen zwei Hilfsbretter, damit der Schraubstock keine Abdrücke auf dem Walnussholz hinterlässt. Mit der groben Raspel beginne ich, mit der feinen arbeite ich nach und forme das Holz entsprechend der Pfeile des Musterbogens.

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Mit 4 verschiedenen Stärken Schleifpapier (80, 120, 180, 240) schleife ich die groben Kratzer von den Feilen aus dem Holz.

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Nach und nach bearbeite ich alle Blätter und feile sie in Form, so dass sie Blütenblätter in 3D ergeben. Die kleinen Teile in der Mitte sind die kompliziertesten, weil sie so klein sind, dass ich sie kaum eingespannt bekomme.

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Der Innenteil der Rose ist fertig.

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Ich setze die Teile eng zusammen und klebe Abklebeband um den unteren Teil der Rose. Ich möchte den Innenteil mit Sprühlack behandeln, angeblich verhindert dieser dann, dass der Holzleim sich auf dem Holz verteilt, wenn ich die Einzelteile dann zusammenleime.

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Eine Schicht Sprühlack ist nun auf den noch einzelnen Teilen.

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Nach einer gewissen Trocknungszeit leime ich die Teile zusammen. Leider war ich etwas zu schnell, der Lack ist noch nicht ganz trocken und verliert nun durch Fingerabdrücke und Staub seinen Glanz.

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Entgegen der Anleitung schneide ich die äußeren Teile jetzt aus einem Stück aus, ohne sie vorher an dem schon zusammengeklebten Innenteil anzumalen. Immerhin habe ich die Umrisse des Innenteils mit Rot aufgemalt und halte mich beim Aussägen daran. Die Teile passen am Ende auch gut zusammen. Ich schneide auch alle Teile aus dem dicken Brett heraus. Die äußeren Blätter sind flacher, ich dünne das Holz aber erst nach dem Feilen aus.

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Alles ausgeschnitten! Das ging wieder sehr gut. Benutzt habe ich meine neuen Sägeblätter von NiquaFix in den Stärken 3 und 5.

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Mit den äußeren Blättern verfahre ich genau wie mit den inneren. Ich klemme sie im Schraubstock ein, feile mit unterschiedlichen Stärken und schleife die Blätter anschließend glatt. Bei einigen arbeite ich später noch mal nach, wenn sie noch zu viele Kratzer haben.

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Hier sieht man noch mal schön, wie die Teile gefeilt werden. Und auch, wie rauh das Holz nach dem Feilen ist. Es lässt sich aber erstaunlich gut glatt schleifen. Dies muss aufgrund der gebogenen Form natürlich von Hand passieren.

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Die Rose wächst und wächst, immer mehr Blätter werden fertig.

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Da das Feilen viel einfacher ist, wenn das Stück etwas dicker ist (es lässt sich dann einfach besser in den Schraubstock fest einspannen), säge ich die äußeren Blätter immer erst nach dem Feilen und Schleifen dünner. Dafür nutze ich wieder die Bandsäge mit dem Anschlag. Zum Schieben benutze ich nicht den Plastik-Schiebestock sondern ein Stück Holz, da macht es nichts, wenn es angesägt wird.

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Hier sieht man jetzt auch schön, dass die äußeren Blätter dünner sind. Den kleinen Sägeabsatz, den man an Blatt Nr. 11 sieht, schleife ich später noch weg.

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Das untere Blatt gefällt mir noch nicht ganz, das wird noch mal nachgeschliffen.

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Auch den Stiel der Rose sowie die Blätter feile ich noch. Die Blätter haben eine Vertiefung in der Mitte, die ich mit den Feilen nicht gut hinbekomme, weil sie teilweise gebogen geformt sind. Diese Vertiefungen forme ich mit einem Stechbeitel.

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Ich setze alle Teile eng zusammen und versehe die fertige Rose mit einer Schicht Sprühlack. Auch die Mitte, die durch den Staub und die Fingerabdrücke matt geworden war, wird so wieder schön glänzend. Den Lack lasse ich nun ein paar Tage trocknen – ich war eh wieder drei Tage auf Dienstreise.

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Heute – am Ostersonntag – ging es weiter mit der Rose. Hunderte Fotos hab ich gemacht, aber leider nicht vom Zusammenleimen der Rose. Genau das habe ich aber getan, und zwar nur die Blüte. Als sie fest war, habe ich die Rose mit einem roten Stift umrandet. Mit etwas Abstand habe ich dann den inneren Rand noch mal in grün umrandet. Das ist die Umgrenzung für den Steckdeckel. Ich verwende dafür das dünnste Brett, das ich gesägt habe. Im Buch steht, man soll Sperrholz nehmen, aber ich möchte die komplette Dose aus Walnussholz haben.

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Um die Rose auf den Steckdeckel aufkleben zu können, schleife ich sie zunächst etwas glatt, da sie vom Zusammenleimen etwas uneben war.

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Die grüne Umrandung habe ich ausgeschnitten und setze ihn auf die Unterseite der Rose, so dass der Abstand zum Rand auf allen Seiten gleich ist. Mit Holzleim und genügend Klemmen für gleichmäßigen Druck geht das Leimen dann sehr gut voran.

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Ich setze den Deckel in das eben ausgeschnittene Loch, das meine Schablone für den Körper werden soll. Mit einem Stift umfahre ich die Rose in etwas Abstand, einen gleichmäßigen Abstand erhalte ich, indem ich den Stift in einer kleinen Unterlegscheibe führe. Dann säge ich die Schablone aus.

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Jetzt geht es an das Sägen der Box. Ich lege die Schablone auf einem dicken Brett auf und umrande sie innen und außen.

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Den ersten Teil der Box – der obere Ring – kann nun auf der Dekupiersäge wieder ausgesägt werden.

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Ich probiere gleich mal, ob der Deckel passt. Er sitzt ein bisschen stramm, aber ein paar Minuten in der Werkstatt mit meinen Feilen und Schleifpapier beheben das Problem ganz schnell.

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Sobald der Deckel passt, nehme ich diesen Teil der Box als neue Schablone für den zweiten Ring. Und kurze Zeit später habe ich beide Ringe fertig gesägt. Ich leime sie direkt zusammen.

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Da die Kanten an beiden Ringen nicht perfekt übereinander sind – so gut kann niemand sägen – habe ich mir einen kleinen Abrichtfräser rausgesucht. Damit gleichen wir die beiden Ringe perfekt aufeinander an. Und zwar wird einmal von oben und einmal von unten gefräst, denn an manchen Stellen ist der obere Ring etwas überstehend, an anderen wieder der untere.

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Der Fräser wird so eingestellt, dass das Kugellager am oberen Ring entlangläuft und die Klingen am unteren.

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Das Fräsen, das bei dem harten und etwas spröden Holz nicht ganz einfach ist, übernimmt Markus für mich. Das Schleifen der beiden Ringe ist dann aber wieder meine Arbeit.

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So schön glatt sind die Kanten, nachdem ich bis Stärke 240 drübergegangen bin.

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Nun fehlt noch der Boden der Box. Ich lege also den Boxenkörper auf ein dünneres Brett und umrande mit einem Stift. Und säge ihn – und zwar ziemlich genau – aus. Ich achte darauf, gut auf der Linie zu bleiben. Lieber etwas außen stehen lassen, als innen zu viel wegschneiden. Den Überstand können wir mit dem Abrichtfräser nämlich wieder gut angleichen.

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Box und Boden werden miteinander verleimt, dann kommt wieder der Abrichtfräser zum Einsatz. Er wird wieder so eingestellt, dass das Kugellager an den Boxseiten entlangläuft und die Klinge nur den Boden angleicht.

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Mit Schleifpapier hole ich die letzten Kratzer heraus und mit Stahlwolle bereite ich die komplette Box noch auf ihre Lackschicht vor.

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Was nun noch fehlt sind die Blätter und der Stiel, diese müssen noch auf dem unteren Teil der Box angeleimt werden. Dazu lege ich erst mal den Deckel auf und kann dann den Stiel und die Blätter aufleimen.

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Alles ist geschliffen und fertig vorbereitet, jetzt fehlt nur noch Lack für das Hochglanz-Finish.

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Und nach einer guten Schicht Klarlack, den ich aufsprühe, strahlt die Box in einem schönen Glanz.

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Ich bin ganz begeistert von meiner neuen Box. Nun muss sie erst mal trocknen und ggfs. noch eine zweite Schicht Lack bekommen. Mit einer relativ einfachen Technik konnte ich hier eine kompliziert aussehende Arbeit erstellen. Mit edlem Holz zu arbeiten, ist eine echte Freude. Das Walnussholz gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten, weil es wunderschön aussieht und sich sehr schön bearbeiten lässt.

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